Der Froschkönig

Eine Prinzessin verspricht einem Frosch zu helfen, ihren goldenen Ball zurückzuholen, bereut es aber, als sie ihr Wort halten muss. Die Geschichte lehrt den Wert des Versprechens-Haltens und des Blickes hinter den Schein.

Der Froschkönig

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Kapitel 1: Die Prinzessin und der goldene Ball.

In einem fernen Königreich lebte eine junge Prinzessin, der Augapfel ihres Vaters. Sie verbrachte ihre Tage damit, die üppigen Gärten des Palastes zu erkunden, umgeben von Rosen, Flieder und einem glitzernden Teich. Die Prinzessin hatte ein Lieblingsspielzeug: einen goldenen Ball, so glänzend, dass er die Sonnenstrahlen einfing und sie |wie einen Stern reflektierte|. Sie liebte den Ball und verbrachte Stunden damit, ihn hoch in die Luft zu werfen und in ihren kleinen Händen aufzufangen.

Eines Tages, als sie am Rand des Teiches spielte, glitt ihr der goldene Ball zwischen den Fingern durch und fiel ins |Wasser mit einem lauten Plätschern|. Der Teich war tief, und der Ball verschwand schnell unter seiner Oberfläche. Verstört kniete die Prinzessin am Teich nieder und begann bitterlich zu weinen.

Während ihre Tränen fielen, |hörte sie ein eigenartiges Geräusch|.

"Quak. Warum weinst du, liebe Prinzessin?" quakte eine raue Stimme.

Überrascht schaute sie sich um und sah einen großen grünen Frosch auf einem Seerosenblatt sitzen. Seine hervortretenden Augen starrten sie mit fast menschlicher Neugier an.

"Mein goldener Ball ist in den Teich gefallen", schluchzte die Prinzessin. "Er ist weg, und ich kann ihn nicht zurückholen!"

Der Frosch neigte nachdenklich den Kopf. "Vielleicht kann ich dir helfen, doch ich werde etwas im Gegenzug verlangen."

"Oh, alles was du willst! Meine Kleider, meine Juwelen, sogar meine goldene Krone, bring mir nur meinen Ball zurück!"

|Der Frosch ließ ein tiefes Lachen hören|. "Solche Dinge brauche ich nicht. Was ich wünsche, ist deine Gesellschaft. Lass mich an deinem Tisch sitzen, von deinem Teller essen und auf deinem Kissen schlafen. Wenn du das versprichst, hole ich deinen goldenen Ball zurück."

Die Prinzessin zögerte und fand die Forderungen des Frosches seltsam, doch sie war verzweifelt. "Ja, ja, ich verspreche alles, was du willst!"

Zufrieden tauchte der Frosch mit einem Platsch in den Teich, seine Beine schlugen kräftig. Augenblicke später kam er an die Oberfläche zurück mit dem goldenen Ball fest in seinem schleimigen Maul. Er sprang ans Ufer, legte den Ball zu den Füßen der Prinzessin und quakte: "Hier ist er, wie versprochen."

Die Prinzessin packte den Ball und rannte davon, ihr Versprechen an den Frosch völlig vergessend.

Kapitel 2: Ein hartnäckiger Besucher.

An jenem Abend, während die Prinzessin mit ihrem Vater, dem König, zu Abend aß, hallte ein seltsames |Geräusch in der großen Halle|.

"Quak. Prinzessin, öffne die Tür!"

Überrascht erbleichte sie. Der König bemerkte ihr Unbehagen. "Was ist los, mein Kind?"

"N-nichts", stammelte sie.

Die Stimme |kam zurück nun lauter|. "Prinzessin! Öffne mir die Tür. Denk an dein Versprechen!"

Zitternd erklärte die Prinzessin die Ereignisse des Tages: den verlorenen goldenen Ball, die Hilfe des Frosches und das Versprechen, das sie in Eile gegeben hatte. Der König, ein gerechter und ehrenwerter Mann, runzelte die Stirn.

"Du musst dein Wort halten, meine Tochter. Ein Versprechen ist ein Versprechen."

Widerwillig |öffnete die Prinzessin die Tür|, und der Frosch hüpfte herein, seine feuchte Haut hinterließ Spuren auf dem polierten Boden. Er schaute zu ihr auf und quakte: "Trag mich zum Tisch."

Die Nase vor Ekel rümpfend, hob sie ihn vorsichtig hoch und setzte ihn neben ihren Teller. Der Frosch ließ sich von ihrer Abneigung nicht stören. "Rück deinen Teller näher zu mir, Prinzessin. Lass mich daraus essen."

Sie gehorchte und berührte kaum ihr Essen, während der Frosch aus ihrem Teller schlürfte und schluckte. Als die Mahlzeit zu Ende war, quakte er erneut: "Nun trage mich in dein Zimmer. Ich bin müde und möchte auf deinem Kissen schlafen."

Das Herz der Prinzessin sank. Sie richtete flehende Augen auf ihren Vater, doch der Ausdruck des Königs war streng. "Du musst dein Wort ehren."

Mit großer Widerstrebung trug sie den Frosch in ihr Zimmer und legte ihn auf ein Seidenkissen. Während sie sich in ihr eigenes Bett legte, schauderte sie bei dem Gedanken an seine schleimige Haut so nah bei ihr.

Kapitel 3: Die Verwandlung.

Der Morgen kam, und der |Frosch weckte sie mit seinem Geräusch|. "Prinzessin, heb mich auf dein Bett!"

Sie stöhnte vor Frust. "Du bist unerträglich!" rief sie aus, ergriff den Frosch und warf ihn |gegen die Wand voll Wut|.

Zu ihrem Erstaunen, in dem Moment, als der Frosch gegen die Wand prallte, |gab es einen blendenden Lichtblitz|. Als das Licht verblasste, stand ein schöner junger Prinz vor ihr, gekleidet in feinen Kleidern und mit einer goldenen Krone.

Die Prinzessin schnappte nach Luft. "Wer bist du?"

"Ich bin der Prinz eines fernen Königreichs", erklärte er. "Eine böse Hexe hat mich verflucht, als Frosch zu leben, bis eine Prinzessin den Zauber brechen könnte. Du hast mich befreit."

Die Prinzessin blieb sprachlos, ihre Wut und ihr Ekel |wichen Neugier und Verwunderung|. Der Prinz lächelte freundlich. "Lass uns nun in mein Königreich reisen, wo mein treuer Diener, der eiserne Heinrich, auf mich wartet."

Kapitel 4: Der eiserne Heinrich und die zerbrochenen Bänder.

Der Prinz und die Prinzessin brachen in einer großen Kutsche auf. Unterwegs schloss sich ihnen der eiserne Heinrich an, der treue Diener des Prinzen. Heinrich war so traurig gewesen, als sein Herr verflucht wurde, dass er drei Eisenbänder um seine Brust gelegt hatte, um sein Herz vor dem Brechen zu bewahren.

Während die Kutsche durch Wälder und Felder rollte, hallte ein lautes |krachendes Geräusch in der Luft|. Die Prinzessin schrak zusammen. "Was war das?"

Heinrich lächelte und legte eine Hand auf seine Brust. "Macht Euch keine Sorgen, Eure Hoheit. Das ist eines der Eisenbänder, das bricht. Mein Herz ist endlich frei von Kummer, nun da mein Herr wiederhergestellt ist."

Noch zweimal |füllte das Geräusch des brechenden Eisens die Luft|, während die Reise weiterging. Mit jedem Knacken wuchs Heinrichs Freude.

Als sie das Königreich des Prinzen erreichten, fand eine große Feier statt. Der Prinz und die Prinzessin heirateten in einer prächtigen Zeremonie, und das Glück Heinrichs war vollkommen.

Die Prinzessin, obwohl anfangs zurückhaltend, kam dazu, die Freundlichkeit und den Mut des Prinzen zu bewundern. Zusammen regierten sie das Königreich mit Weisheit und Anmut, und ihre Geschichte wurde Generationen lang weitergegeben als ein Zeugnis der Macht der Versprechen, der Beharrlichkeit und der unerwarteten Liebe.

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